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04/08/2025 • 05:30

KI im ÖBH: Chancen erkennen, Vertrauen stärken

Künstliche Intelligenz (KI) ist längst Teil unseres Alltags – auch im ÖBH. Dennoch stehen viele Bedienstete KI kritisch gegenüber. Diese Zurückhaltung ist nachvollziehbar, denn KI verändert nicht nur Arbeitsabläufe und Entscheidungsprozesse, sondern auch das Selbstverständnis beruflicher Rollen. Wichtig ist: Der Mensch bleibt im Zentrum. KI kann Prozesse beschleunigen und Daten effizient analysieren – sie ersetzt jedoch keine Bediensteten. Damit der Einsatz erfolgreich ist, braucht es klare Regeln, Transparenz und eine aktive Einbindung aller Beteiligten. 

Was ist KI?

KI bezeichnet Computersysteme, die Aufgaben übernehmen, für die normalerweise menschliches Denken erforderlich ist – etwa das Erkennen von Mustern, das Verstehen von Sprache oder das Treffen einfacher Entscheidungen. Dabei handelt es sich meist um spezialisierte Programme, die aus Daten lernen und so bestimmte Probleme schneller oder effizienter lösen können.

Der Einsatz von KI zur Erstellung von Texten, Bildern und Antworten im Chat ist im Alltag immer häufiger anzutreffen (Bsp. ChatGPT, CoPilot). Durch den Einsatz von KI zur Texterstellung können mehrere Vorteile erzielt werden: Sie kann hier bei Rechtschreibung und Grammatik sowie der Erstellung von Inhalten unterstützen. 

Generative KI-Tools können nicht nur Texte, sondern auch weiteren Medien wie Fotos, Videos oder Audios generieren und manipulieren (Bsp. DALL-E). Dabei werden visuelle Informationen wie Objekte, Gesichter und Emotionen analysiert und verarbeitet. Datenschutz und Datensicherheit sind bei der Verarbeitung von sensiblen Informationen wie persönlichen Daten und Firmengeheimnissen ein wichtiger Aspekt.

 

Grenzen kennen, Stärken nutzen

KI erkennt Muster, versteht aber keine Zusammenhänge. In komplexen Situationen bleibt der Mensch daher unersetzlich. Besonders gut eignet sich KI für datenintensive Aufgaben: Analysen, Texterkennung oder Dokumentenverarbeitung – dort ist sie dem Menschen oft überlegen. Diese Entwicklungen werden auch vom Cyber Dokumentations- und Forschungszentrum der Landesverteidigungsakademie in zahlreichen Forschungsprojekten gemeinsam mit Forschungspartnern untersucht. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse fließen schrittweise in den operativen Alltag ein und unterstützen konkrete Anwendungsfelder.

 

Von Drohnen bis Cyberabwehr: KI als militärischer Faktor

Im militärischen Kontext ist KI schon seit Jahren fester Bestandteil moderner Operationsführung. Der Ukrainekrieg hat dies besonders deutlich gemacht: Dort kommen KI gestützte Systeme unter anderem bei der Steuerung autonomer Drohnen, der Aufklärung durch Satellitenbilder, der Analyse großer Datenmengen und der Koordination von Einsatzkräften zum Einsatz. Auch in der Cyberabwehr spielt KI schon lange eine zentrale Rolle, etwa bei der Erkennung von Angriffsmustern oder der automatisierten Reaktion auf Sicherheitsvorfälle. Hinzu kommt die wachsende Bedeutung im Umgang mit hybriden Bedrohungen, bei denen konventionelle militärische Fähigkeiten, Cyberangriffe und Desinformationskampagnen miteinander verzahnt sind. KI hilft hier, komplexe Zusammenhänge schneller zu erfassen, Risiken frühzeitig zu erkennen und strategisch zu reagieren. Die Entwicklungen zeigen, dass KI insbesondere in hochdynamischen und datenintensiven Umgebungen bereits heute einen erheblichen Mehrwert schafft. Genau daran wird derzeit in zahlreichen aufeinander abgestimmten Forschungsprojekten intensiv gearbeitet, um durch den Einsatz von KI ein umfassendes und aktuelles Lagebild komplexer Bedrohungslagen zu ermöglichen.

 

Verwaltung effizienter gestalten

In der Verwaltung zeigt KI ihr Potenzial besonders bei strukturierten und wiederkehrenden Prozessen – etwa beim Dokumentenmanagement oder der Bearbeitung von elektronischen Akten. Hier kann KI automatisch Dokumente klassifizieren und Inhalte extrahieren und zusammenfassen, Fristen überwachen und Entscheidungshilfen liefern, sowie komplexe Daten aufbereiten und visualisieren. Besonders im öffentlichen Dienst ist es entscheidend, dass Entscheidungen nachvollziehbar, transparent und ethisch korrekt getroffen werden. Der sogenannte Human-in-the-Loop-Ansatz stellt sicher, dass der Mensch jederzeit eingebunden bleibt.

 

Vertrauen braucht Klarheit

Vertrauen in KI entsteht nicht durch Technik allein, sondern durch ihre verantwortungsvolle und nachvollziehbare Anwendung. Dazu gehört, die Ängste und Vorbehalte der Bediensteten ernst zu nehmen und klar zu kommunizieren, dass KI kein Ersatz für Menschen ist, sondern eine sinnvolle Unterstützung im Arbeitsalltag bieten kann.

Wichtig ist, nicht jedem Trend unreflektiert hinterherzulaufen, sondern praxisorientiert und entlang konkreter Mehrwerte zu handeln. Digitalisierung ist nicht gleich Automatisierung. KI kann genau dort ansetzen, wo es sinnvoll ist, Prozesse durchgängig zu gestalten, intelligent zu vereinfachen und spürbar zu beschleunigen.
 

Weitere Informationen finden Sie in den KI-Richtlinien für den Öffentlichen Dienst:
https://oeffentlicherdienst.gv.at/verwaltungsinnovation/digitale-verwaltung/ki-guidelines/ (Link kopieren und in BitBox öffnen)

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