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10/03/2026 • 10:00

Soziales Lagebild 2025 und Ergebnisse Umfrage zur Wehrpflicht

Der jährliche Bericht zum Sozialen Lagebild (sozLBi) liefert neben einer Darstellung der inneren und sozialen Lage auch Handlungsempfehlungen für die strategische Steuerung der personellen Einsatzbereitschaft und kann zusätzlich für Trendaussagen herangezogen werden. Der Bericht soll jedenfalls der uneingeschränkten Informationsweitergabe an alle Bediensteten dienen. Damit trägt er zur Erhöhung der Transparenz im Ressort sowie zur Weiterentwicklung des Ressorts und hier vor allem der Organisationskultur bei.


Das sozLBi gliedert sich in die folgenden Teilbereiche: Führung, Mitarbeitende, Image, Ausbildung, Innere Ordnung und Dienstbetrieb und Familie, Freizeit und Beruf.

Die Methodik:

Die folgenden Studien- und Befragungsergebnisse wurden für den vorliegenden Bericht herangezogen:

  • Repräsentative Befragung der Ressortbediensteten (Juni – Juli 2025),
  • Vollerhebung der Personen in Miliz und GWD/ADMCF (jeweils Juni – Juli 2025),
  • Repräsentative Befragung der österreichischen Bevölkerung ab 15 Jahren zum sicherheits- und verteidigungspolitischen Meinungsbild (August – Oktober 2025),
  • Besucherinnen- und Besucherbefragungen der Großveranstaltungen: Girls‘ Day (April 2025), Militärmusikfestival (Mai 2025), Donauinselfest (Juni 2025), Nationalfeiertag (Oktober 2025), Tag der Schulen (Oktober – November 2025),
  • Vollerhebung von ehemaligen Bediensteten nach Verlassen des Ressorts (seit Jänner 2022 laufende Austrittsbefragung der Abteilung Personalführung und Entwicklung).
  • Ergebnisse des Führungskräftefeedbacks-GWD der Abteilung Heerespsychologischer Dienst der Jahre 2021 bis 2025.

 

Zusammenfassung

 

Führung
Das Ressortpersonal ist mit den Beziehungen zu den direkten Vorgesetzten zufrieden. Zivilbedienstete zeigen seit 2023 eine kontinuierliche Verbesserung ihrer Zufriedenheit, die nun auf einem ähnlichen Niveau wie beim Berufskader (Berufssoldaten und -soldatinnen) liegt. Auch Personen in der Miliz und im Grundwehrdienst (GWD)/Ausbildungsdienst für Mannschafts- und Chargenfunktionen für Frauen (ADMCF) sind gegenüber 2024 mit den direkten Vorgesetzten etwas zufriedener.

 

Mitarbeitende
Eine große Mehrheit der Ressortbediensteten und Milizangehörigen ist mit dem Arbeitsplatz/der Milizverwendung zufrieden. Auch die Hälfte der Personen in GWD/ADMCF ist mit der dienstlichen Verwendung zufrieden. Mit der Arbeit/Milizverwendung zeigen sich Personen des Berufskaders seit 2022 bzw. Milizangehörige seit 2024 zufriedener. Das Belastungsniveau der Ressortbediensteten hat im Vergleich zum Vorjahr abgenommen, sie fühlen sich seltener stark oder sehr stark belastet. Hauptbelastungsfaktoren sind auch 2025 eine hohe Arbeitsmenge, Personalmangel und Zusatzaufgaben. Auch bei den Personen im GWD/ADMCF hat sich das Belastungsniveau verringert; ihre psychischen Belastungsreaktionen sind vor dem Hintergrund der multiplen Krisen seit 2022 anhaltend hoch. Milizangehörige berichten auch 2025 über sehr geringe Belastungen durch ihre dienstliche Tätigkeit.


Image
Die österreichische Bevölkerung hat hohes Vertrauen in das Österreichische Bundesheer (ÖBH) und steht ihm überwiegend positiv gegenüber. Eine Mehrheit sieht das ÖBH als einen normalen Bestandteil der Gesellschaft, unterstützt dessen vielfältige Aufgaben und erachtet die Miliz als wichtig für die Aufgabenerfüllung. Die Bevölkerung spricht sich auch mehrheitlich für die Wehrpflicht und die Stärkung der Umfassenden und Geistigen Landesverteidigung aus. Mehr als die Hälfte der Befragten sehen das ÖBH als attraktiven Arbeitgeber für junge Menschen. Zudem wird das ÖBH bei Veranstaltungen sehr positiv wahrgenommen. Das Ressort wird 2025 vom Ressortpersonal häufiger als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen. Insgesamt bewerten Ressortbedienstete die Arbeitsplätze als äußerst sicher; unter 60-jährige Bedienstete planen seltener, das Ressort zu verlassen. Darüber hinaus sind Ressortbedienstete (seit 2022) sowie Personen in Miliz und GWD/ADMCF (seit 2024) mit der Organisationskultur innerhalb des Ressorts häufiger zufrieden (u.a. Wertschätzung, Fairness und Gerechtigkeit sowie gemeinsame Visionen und Vorstellungen).

Im Februar 2026 wurden 1.000 Personen, die eine repräsentative Stichprobe der österreichischen Bevölkerung darstellt, zum Thema Wehrpflicht über das Gallup-Institut befragt. Die österreichische Bevölkerung befürwortet mehrheitlich die Wehrplicht und das Modell Österreich PLUS (8+2).

 


Ausbildung
Das Ressortpersonal ist mit der ressortinternen Ausbildung zufrieden und fühlt sich mehrheitlich für die Aufgabenerfüllung ausreichend ausgebildet; beim Berufskader hat sich dies seit 2022 verbessert. Die Möglichkeit zur regelmäßigen Weiterbildung wird von etwa der Hälfte der Ressortbediensteten und rund vier von zehn Personen in GWD/ADMCF als gegeben beurteilt. Gemäß Führungskräftefeedback GWD werden von den Rekruten u.a. Sinnvermittlung und Ausbildungsmethoden seit 2021 häufiger positiv beurteilt.


Innere Ordnung und Dienstbetrieb
Das Ressortpersonal ist mit den sozialen Beziehungen untereinander auch 2025 äußerst zufrieden. Die überwiegende Mehrheit der Befragten fühlt sich in ihrem sozialen Umfeld wohl und erlebt den Umgangston als kameradschaftlich und kollegial. Die Zufriedenheit hat sich bei den Ressortbediensteten seit 2022 weiter verbessert. Darüber hinaus hat sich die Kenntnis der Meldevorgänge im Zusammenhang mit sexualisiertem Fehlverhalten deutlich erhöht, wobei insb. bei den Ressortbediensteten eine Steigerung zu verzeichnen ist. Demgegenüber sind den Personen in GWD/ADMCF und Miliz die Meldevorgänge etwas weniger bekannt.


Familie, Freizeit und Beruf
Ressortbedienstete und Milizangehörige bewerten die Vereinbarkeit von Beruf bzw. Dienst und Privatleben häufiger ausbalanciert als Personen in GWD/ADMFC. Beim Berufskader ist nach den fordernden Jahren der Corona-Pandemie eine Entspannung der Zufriedenheit sichtbar. Allerdings erreicht die Balance zwischen Dienst und Privatleben nicht das Niveau, das vor der Pandemie bestand.

Ergebnisse sowie den ganzen Bericht finden Sie hier:

https://www.bmlv.gv.at/wissen-forschung/publikationen/beitrag.php?id=4013
 

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