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11/03/2026 • 13:50
Offener Brief des Generalstabchef zu den medialen Debatten über den Grundwehrdienst
Anlässlich der medialen Debatten zum Thema Grundwehrdienst adressiert der Chef des Generalstabes, Gen Rudolf STRIEDINGER, mit folgendem offenen Brief die Art und Weise der öffentlichen Diskussionen.

Bundesheer: Generalstabschef fordert Rückkehr zur Sachlichkeit
Landesverteidigung braucht faktenbasierte Debatte statt politischer Polemik
Angesichts der aktuellen weltweiten sicherheitspolitischen Lage gewinnt die militärische Landesverteidigung auch für die Bevölkerung in Österreich zunehmend an Bedeutung. Die derzeitigen geopolitischen Entwicklungen zeigen, wie wichtigein leistungsfähiges Bundesheer für die Sicherheit des Staates ist. Vor diesem Hintergrund arbeitet das Verteidigungsministerium an zentralen Reformschritten, darunter dem Aufbauplan 2032+ sowie den Ergebnissen der Wehrdienstkommission.
„Gerade in sicherheitspolitisch herausfordernden Zeiten braucht es eine sachliche und verantwortungsvolle Debatte über die Zukunft unserer Landesverteidigung. Das Bundesheer ist eine tragende Säule der Sicherheit Österreichs. Dieses Thema sollte daher mit der nötigen Ernsthaftigkeit und auf Basis von Fakten diskutiert werden“, betont Generalstabschef General Rudolf Striedinger.
Eine breite öffentliche Diskussion über die Ausgestaltung der Landesverteidigung ist aus Sicht des Bundesheeres begrüßenswert und kann wichtige Impulse liefern. Voraussetzung dafür ist jedoch eine sachliche Auseinandersetzung mit den sicherheitspolitischen Herausforderungen. Für politische Kampagnen oder polemische Zuspitzungen eignet sich dieses Thema nicht – dafür steht zu viel auf dem Spiel: die Sicherheit des Staates und seiner Bevölkerung. Und es geht um den Erhalt unserer Demokratie. Kritik und unterschiedliche Positionen sind Teil einer demokratischen Debatte, sollten jedoch faktenbasiert und verantwortungsvoll geführt werden.
Generalstabschef Striedinger spricht sich im Zuge der Diskussion über den Wehrdienst für das Modell „8+2“ aus. Dieses sieht acht Monate Grundwehrdienst sowie zwei Monate verpflichtende Milizübungen vor. Das Modell würde mehr Zeit für einefundierte militärische Ausbildung ermöglichen, die Einsatzbereitschaft der Truppe nachhaltig stärken und gleichzeitig die Miliz besser in die Landesverteidigung einbinden. Dadurch könnten Fähigkeiten aufgebaut werden, die im Krisen- und Verteidigungsfall raschverfügbar sind. Denn eines ist klar: Die Sicherheit Österreichs ist kein politisches Schlagwort, sondern eine gemeinsame Verantwortung, die Sachlichkeit, Ernsthaftigkeit und Weitblick verlangt.